Französisches Exil, Patriotismus, Reform, Abkehr (1806-1812)


Clausewitz erlebte die Schlacht in Auerstedt in der Stellung des Adjutanten Prinz Augusts. Nach der Verwundung des Kapitäns von Schönberg[1] übernahm er die Führung eines Grenadierbataillons unter dem Kommando Prinz Augusts und bewährte sich dabei ausgezeichnet. Schon zuvor hat er für einige Teile des Bataillons die Einübung der für Preußen revolutionären Tirailleurtaktik durchsetzen können, was für diesen kleinen Teil der preußischen Truppen auch tatsächlich zu Erfolgen führte.[2]


Nach der preußischen Niederlage bei Jena und Auerstedt geriet Clausewitz in Prenzlau am 28. Oktober 1806 in französische Gefangenschaft. Nach kurzem Aufenthalt in Berlin und Neuruppin wurde er, weiterhin in der Funktion des Adjutanten von Prinz August, nach Frankreich verbracht.[3] „Die zehn Monate, die Clausewitz in Frankreich und der Schweiz verbrachte, bevor er nach Preußen zurückkehrte, waren von nachhaltiger Bedeutung für seine Laufbahn und sein privates Leben.“[4] Die Kriegsgefangenschaft war zur damaligen Zeit für Adlige durchaus nicht unangenehm, so hatte Clausewitz mit dem Prinzen die Möglichkeit, Menschen, Verwaltung und Kultur Frankreichs genau kennen zu lernen und zu studieren. Ihre Reisen führten sie durch Nancy, Paris und Soissons,[5] wobei die Persönlichkeitsunterschiede zwischen dem Prinzen und Clausewitz immer offensichtlicher wurden. Während der Prinz ein leichtmütiger Lebemann war, verweilte Clausewitz in zurückhaltender, teils abweisender Passivität.[6] Die Schüchternheit, die von seinem Umfeld bisweilen als Arroganz interpretiert wurde, verspielte Clausewitz oftmals den Zugang zu fremden Menschen.[7] Er fühlte sich einsam und unglücklich,[8] vor allem aber machte ihm die Schmach der Niederlage seines geliebten Vaterlandes zu schaffen.[9] Nach dem Tilsiter Frieden wurden er und August aus der Gefangenschaft entlassen, mussten aber auf der Heimreise einen zweimonatigen Zwischenstopp im schweizerischen Copet einlegen, um auf ihre Pässe zu warten. Hier traf Clausewitz im Hause der Madame de Staël[10] auf Persönlichkeiten wie Pestalozzi[11], Friedrich[12] und August Wilhelm Schlegel[13], mit denen er über Kunst und Philosophie ausführlich diskutieren konnte.[14]


Sein Aufenthalt in Frankreich hatte bei ihm neben erheblichen neuen Eindrücken „einen Denkansatz gefestigt, der sein Werk maßgeblich prägen sollte – die Methode der vergleichenden Betrachtung“[15]. Das erste Produkt dieser neuen Methode war der Aufsatz „Die Deutschen und die Franzosen“, der wie die meisten Werke erst posthum veröffentlicht wurde.[16] In dieser versuchte Clausewitz den ‚Nationalcharakter‘ der beiden Völker miteinander zu vergleichen und darüber Rückschlüsse auf die derzeitige politische Situation zu ziehen. „Was Machiavelli in den ‚Ritratti‘ mit noch primitiven Kategorien versuchte, das Machtaufgebot beider Nationen auf seine Elemente zurückzuführen, in seiner Stärke abzuschätzen, das unternahm der preußische Offizier mit ungleich feineren Instrumenten und einer reiferen Palette.“[17] Das nationalistische Gedankengut, welches allein schon durch die Auffassung, es gäbe so etwas wie einen Nationalcharakter, belegt ist, passt durchaus in den Zeitgeist und entspricht dem Geiste der Romantik. Dass Clausewitz dabei die deutschen Eigenschaften idealisierte und das Fremde herabsetzte – und sich dabei im Übrigen durchaus im Kreise der Vertreter des deutschen Idealismus bewegte – verstärkt den Eindruck eines übertriebenen Nationalismus allerdings erheblich.[18] Der Aufsatz ist zwar ausgesprochen straff und systematisch aufgebaut sowie sprachlich wie gewohnt ansprechend,[19] doch analysiert Clausewitz nicht hinreichend, worin der Ursprung des vermeintlichen Unterschieds zwischen Deutschen und Franzosen liegen soll. Vor allem fehlt es seinen Behauptungen an Stichhaltigkeit, da sie sich nicht etwa auf Studien stützen, sondern „die Eindrücke der eigenen Lebenssphäre beherrschen das Bild durchaus“[20]. Insgesamt ist das Werk daher als Folge der Niederlage bei Jena und Auerstedt und der Eindrücke aus der französischen Kriegsgefangenschaft zu bewerten. Die antifranzösische Haltung und die übertrieben Leidenschaft gegenüber dem Deutschen waren auch schon aus seinen Briefen aus Frankreich und der Schweiz an Marie von Brühl hervorgegangen.[21] Der aggressive Patriotismus war für Clausewitz „zweifellos eine weitere Möglichkeit, über das Schicksal der Armee und das Preußens hinwegzukommen und seine persönliche Selbstachtung wiederzufinden, die durch die enge Identifizierung mit dem niedergeworfenen Staat untergraben worden war.“[22]


Nach seiner Kriegsgefangenschaft verbrachte Clausewitz die Jahre bis 1812 in Berlin, beziehungsweise in Königsberg. Zunächst noch in der Stellung des Adjutanten, bemühte er sich nachdrücklich um einen Stellungswechsel, der nach der Fürsprache Scharnhorsts auch durchgesetzt wurde.[23] Im Februar 1809 wurde Clausewitz dem Generalstab zur Dienststellung zugewiesen,[24] von da an war er vor allem Gehilfe und Adjutant von Scharnhorst. Clausewitz lebte nun „nicht mehr an der Seite der Großen, an deren Unternehmungen er ebensowenig teilnahm, wie er Einfluß auf sie hatte, sondern inmitten derer, die die Zukunft vorbereiteten, die Armee wieder aufbauten und die Moral der Nation aufrecht erhielten“[25]. Scharnhorst war bis 1810 Chef des Allgemeinen Kriegsdepartements, dem Vorläufer des Kriegsministeriums, musste diesen zentralen Posten dann auf französischen Druck formal räumen, behielt jedoch „auf Wunsch Friedrich Wilhelms III. bestimmenden Einfluß auf die Geschäfte dieses Departements, in dem mehr oder weniger alle Fäden der Heeresreform zusammenliefen“[26]. Am 14. März 1810 wurde Clausewitz offiziell Leiter des Büros von Scharnhorst[27] und als solcher offiziell in den Generalstab versetzt und zum Major befördert.[28] Vom 10. Dezember 1809 bis zum 25. März 1812 führte er große Teile der Dienstkorrespondenz seines Chefs und Mentors Scharnhorst, welche von Werner Hahlweg aufgearbeitet, geordnet und in weiten Teilen veröffentlicht wurde.[29] In dieser Funktion hatte er tiefgreifende und umfassende Einblicke in die Vorgänge innerhalb der preußischen Armee, insbesondere in die Gedankenspiele und Umsetzungen der Reformvorhaben.[30]


Parallel dazu wurde Clausewitz in den Jahren 1810 und 1811 als Lehrer an der Allgemeinen Kriegsschule in Berlin eingesetzt. Er unterrichtete dort die Fächer Kleiner Krieg, Generalstabsverrichtungen und Artilleriewirkung, Feldverschanzungskunst und Bau von Kriegsbrücken.[31] Hiervon ist heute insbesondere das Manuskript über die Vorlesung des Kleinen Krieges[32] von hohem Wert, die durchaus als Ergänzung zum Hauptwerk ‚Vom Kriege‘ betrachtet werden sollte. Zudem hatte Clausewitz die Ehre, den späteren König Friedrich Wilhelm IV in militärischen Dingen zu unterrichten.[33] Auch wenn von diesen Unterrichtungen kein Manuskript überliefert ist, so steht der Nachwelt ein Aufsatz zur Verfügung, der die Themen der Unterrichte zusammenfassen sollte und von Clausewitz kurz vor seiner Abreise nach Russland an den Kronprinzen übersandt wurde.[34] Dieser ist im Anhang zum Hauptwerk ‚Vom Kriege‘ veröffentlicht worden.[35] Ferner ist in dieser Zeit ein Aufsatz „Über den Zustand der Theorie der Kriegskunst“[36] entstanden, der für ‚Vom Kriege‘ programmatisch ist. Hierin kritisierte Clausewitz die bestehenden Versuche, eine verbindliche Kriegstheorie zu kreieren. Diese Versuche würden immer davon ausgehen, dass die aktuelle Kriegskunst den höchsten Grad der Vollkommenheit erreicht habe. Da hiervon aber auch Generationen zuvor überzeugt gewesen seien, wäre diese Annahme kaum stichhaltig. Insofern sei in Zukunft ein Versuch zu unternehmen, die Theorie etwas elementarer und allgemeiner zu entwickeln, vor allem aber die menschlichen Größen dabei in den Mittelpunkt zu stellen; wobei Clausewitz durchaus Zweifel anmeldete, ob dies in allen Bereichen der Kriegstheorie fruchtbar sei.[37]


Im privaten Bereich konnte Clausewitz sein Ziel verwirklichen und am 27. August 1810 seine seit 1803 verehrte Marie[38] heiraten, mit der er sich bis zu seinem Tode zahlreiche Briefe schrieb, die heute – oftmals analysiert – viel von seiner Persönlichkeit, seinen Überzeugungen und auch der Leidenschaft für seine Gemahlin preis geben. Dieser „Liebesheirat“[39] stand zuvor die zweifelhafte Abstammung Clausewitz entgegen, die offensichtlich erst durch seine Beförderung zum Stabsoffizier und Versetzung in den Generalstab zur Zufriedenheit Maries Mutter kompensiert wurde.[40]


Zum „Hemmschuh“ einer großen Karriere in der preußischen Armee wurde letztlich seine „antifranzösische Überzeugung“[41]. Clausewitz und die Reformer hatten ihre Schaffenskraft darauf verwandt, Preußen wieder stark zu machen und aus dem Joch der napoleonischen Unterdrückung zu befreien. Insbesondere als sich der Bruch zwischen Frankreich und Russland andeutete, wurden die Stimmen aus dem Umfeld Scharnhorsts laut, dass es nun an der Zeit sei, sich gegen Frankreich aufzulehnen. Als sich der König jedoch dazu entschied gegenteilig zu handeln und mit Frankreich gegen Russland zu marschieren, verfasste Clausewitz im Februar 1812 im Namen vieler namhafter Offiziere eine ‚Bekenntnisdenkschrift‘[42], die in drei in sich geschlossenen Teilen die politische Auffassung der Reformer, die sich nicht hatte durchsetzen können, zur politischen Lage darlegt und mit dem Versuch verknüpft ist, doch noch einen Strategiewechsel des preußischen Königs herbeizuführen. Im ersten Teil geht Clausewitz dabei auf die Zustände der gegenwärtigen Gesellschaft ein, der es an Mut, Tatkraft und Selbstvertrauen, vor allem aber an Nationalehre fehle. Er postuliert schließlich, dass die Ehre und Freiheit des Volkes auch im Angesicht einer Niederlage verteidigt werden müsse, da „der Schandfleck einer feigen Unterwerfung nie zu verwischen“[43] sei. Clausewitz prophezeit, dass „selbst der Untergang dieser Freiheit nach einem blutigen und ehrenvollen Kampf die Widergeburt des Volkes sichert“[44]. Zugleich führt er aus, „daß die Ehre des Königs und der Regierung eins ist, mit der Ehre des Volks“[45], appelliert damit auch an das persönliche Ehrgefühl des Königs und weist diesen darauf hin, dass ein Militärbündnis zwischen Preußen und Frankreich den König persönlich entehren würde.[46] Im zweiten Abschnitt, der wesentlich weniger emotional gehalten ist, bewertet Clausewitz nach rationalen Orientierungspunkten die politischen Vor- und Nachteile eines Bündnisses mit Frankreich. Dabei kommt er zu dem klaren Ergebnis, dass ein Bündnis mit Napoleon Preußen nur weiter in die Abhängigkeit der Franzosen treibe und dabei in jeder Hinsicht abzulehnen sei.[47] Im dritten Teil analysiert Clausewitz zunächst die Möglichkeiten einer preußischen Mobilmachung und die Erfolgsaussichten der Armee im Kampf gegen Frankreich.[48] Hiernach kommt Clausewitz auf das Thema Landwehr, beziehungsweise Landsturm zu sprechen. Überraschend präzise stellte er die Möglichkeiten und Vorteile einer Volksbewaffnung dar und gibt auch gleich einen detaillierten Plan für die Ausrüstung und Führung des Volkskrieges. Die Befürchtungen, bewaffnete Untertanen könnten eine eigene Dynamik entwickeln und letztlich gegen die Monarchie vorgehen, versucht er zu zerstreuen.[49] „Nach diesen konkreten Vorschlägen folgen theoretische Betrachtungen über Strategie, Taktik und das Konzept einer territorialen Verteidigung gegen einen überlegenen Feind.“[50]


Die Bekenntnisdenkschrift verfehlte ihre Wirkung und der König ratifizierte am 31. März 1808 den Bündnisvertrag mit Frankreich. Mit Clausewitz ersuchten 30 Offiziere den König um ein Ausscheiden aus dem Dienst, aber Clausewitz wurde durch den König besonders schroff behandelt. Nachdem seinem Gesuch stattgegeben wurde – die Entlassungsanträge Gneisenaus[51] und Scharnhorsts wurden abgelehnt – trat er nach Vermittlung von Gneisenau und Lieven[52], ohne den König zuvor um Erlaubnis gebeten zu haben, als Oberstleutnant im Generalstab in die Armee des russischen Zaren ein.[53] „Damit verursachte er einen Bruch zwischen sich und seinem König, der nie wieder zu kitten sein sollte.“[54]

weiter zu I.3.4 Leben und Wirken Carl von Clausewitz (Teil 4)

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Kapitel I.3 - Übersicht

  • I.3.1 Leben und Wirken Carl von Clausewitz (Teil 1)

     Das Leben von Clausewitz ist in der bestehenden Literatur ausführlich und weitestgehend unstrittig nachgezeichnet.[1] Im Folgenden soll das Leben des Generals mit den wichtigsten Eckpfeilern dargestellt werden, damit das Hauptwerk ‚Vom Kriege‘ auch aus der Zeit und den Lebensumständen seines Verfassers heraus verstanden werden kann. Read More
  • I.3.2 Leben und Wirken Carl von Clausewitz (Teil 2)

     Hintergründe der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806   Auf der einen Seite kämpfte die Militärmaschinerie Preußens in der Tradition des Königs Friedrich II. Dieser hatte Preußen während seiner langen Regierungszeit mit Hilfe einer Reihe von Kriegen in den Kreis der europäischen Großmächte geführt,[1] doch nach seinem Tod eine enorme Lücke hinterlassen. Der omnipräsente, autoritäre Herrscher konnte durch seine Nachfolger kaum ersetzt werden.[2] So verharrte auch die preußische Armee in der Kriegführung des 18. Jahrhunderts, die den einfachen Soldaten ausschließlich als unmündigen Erfüllungsgehilfen ansah. Hintergrund war ein Staatsverständnis, nachdem der gemeine Bürger ausschließlich Untertan, ohne jegliche Mitsprache oder Teilhabe am Staatswesen war. Unter diesen Voraussetzungen erwarteten die Fürsten kaum, dass sich der Untertan persönlich für die Sache des Staates einsetzte. Read More
  • I.3.3 Leben und Wirken Carl von Clausewitz (Teil 3)

      Französisches Exil, Patriotismus, Reform, Abkehr (1806-1812) Clausewitz erlebte die Schlacht in Auerstedt in der Stellung des Adjutanten Prinz Augusts. Nach der Verwundung des Kapitäns von Schönberg[1] übernahm er die Führung eines Grenadierbataillons unter dem Kommando Prinz Augusts und bewährte sich dabei ausgezeichnet. Schon zuvor hat er für einige Teile des Bataillons die Einübung der für Preußen revolutionären Tirailleurtaktik durchsetzen können, was für diesen kleinen Teil der preußischen Truppen auch tatsächlich zu Erfolgen führte.[2] Nach der preußischen Niederlage bei Jena und Auerstedt geriet Clausewitz in Prenzlau am 28. Oktober 1806 in französische Gefangenschaft. Nach kurzem Aufenthalt in Berlin und Neuruppin wurde er, weiterhin in der Funktion des Adjutanten von Prinz August, nach Frankreich verbracht.[3] „Die zehn Monate, die Clausewitz in Read More
  • I.3.4 Leben und Wirken Carl von Clausewitz (Teil 4)

     In russischen Diensten, Tauroggen (1812-1815) Clausewitz‘ Übertritt in russische Dienste verdient sicherlich Respekt, denn er bescheinigte ihm, dass er für seine Überzeugungen einstand und bereit war, dafür einige Opfer in Kauf zu nehmen. Er verzichtete auf seine militärische Karriere, die ihm doch so wichtig war, verließ die sichere und bekannte Umgebung und begab sich in eine ungewisse Zukunft in der Fremde. Ihn dafür allerdings als ‚vorbildhaft‘ für andere Soldaten zu bezeichnen, wie es Hahlweg 1957 tat,[1] scheint doch zu weit zu gehen. Denn Clausewitz handelte im Gegensatz zum militärischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg, auf den Hahlweg anspielt, nicht aus ethischen Motiven oder weil er mit Gehorsam gegen allgemeingültige Werte und Normen verstoßen hätte, sondern weil er seine – übrigens höchst individuelle Read More
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Kapitel I - Übersicht

  • I.1 Zielsetzung der Arbeit

    Das Thema Krieg gewinnt in Anbetracht moderner bewaffneter Konflikte und dem zunehmend offensichtlichen Kampfeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan auch im deutschen Sprachraum an Aktualität und Brisanz. Dabei gibt es kaum eine wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema, die ohne einen Verweis auf oder ein Zitat aus dem Clausewitz’schen Hauptwerk Vom Kriege auskommt. Read More
  • I.2 Vorgehen und Aufbau der Arbeit

     Vorgehen und Aufbau der Arbeit   Im Rahmen des Versuchs, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht allzu viel von dem zu wiederholen, was schon vielfach geschrieben wurde, wird auf eine ausführliche Darstellung der Rezeptionsgeschichte und des Forschungsstandes zu Clausewitz[1] sowie auf die Darstellung der offensichtlichen Relevanz des Themas verzichtet. Read More
  • I.3.1 Leben und Wirken Carl von Clausewitz (Teil 1)

     Das Leben von Clausewitz ist in der bestehenden Literatur ausführlich und weitestgehend unstrittig nachgezeichnet.[1] Im Folgenden soll das Leben des Generals mit den wichtigsten Eckpfeilern dargestellt werden, damit das Hauptwerk ‚Vom Kriege‘ auch aus der Zeit und den Lebensumständen seines Verfassers heraus verstanden werden kann. Read More
  • I.4 Schwierigkeiten des Hauptwerkes Vom Kriege

    Das aus acht Büchern und insgesamt 124 Kapiteln bestehende Vom Kriege ist über einen Zeitraum von zwölf bis vierzehn Jahren entstanden, nicht vollendet und posthum von Marie von Clausewitz veröffentlicht worden.[1] Dies wäre vielleicht nicht sonderlich tragisch, wenn es dem Autor lediglich verwehrt geblieben wäre, einen Schluss oder einige einzelne Kapitel zu verfassen. Die Problematik ist vielmehr, dass Clausewitz es nicht schaffte, das Werk zu überarbeiten und in Gänze auf den Stand einer einheitlichen, abgeschlossenen Theorie zu bringen. In diesem Sinne ist umstritten, welche Teile überarbeitet wurden und welche einem älteren Gedankengut geschuldet sind. [2] Read More
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