Wenn Clausewitz den Staat ohne große Erklärungen als den Träger des Krieges benennt, [1] dann ist dies nicht ganz unproblematisch für den heutigen Leser, da dieser mit dem Begriff Staat bestimmte Inhalte assoziiert, die Clausewitz noch fremd sein mussten. Die großen staatssoziologischen Theorien von Tönnies[2], Weber[3], Oppenheimer[4] oder Luhmann[5], aber auch die völkerrechtliche Drei-Elemente-Lehre[6] von Jellinek[7], schwingen im heutigen allgemeinen Staats- und Gesellschaftsverständnis nahezu zwangsläufig mit, während Clausewitz diese Ideen noch unbekannt sein mussten. 

 

Bevor der Fokus der Aufmerksamkeit auf die gesellschaftstheoretischen Aspekte in Clausewitz‘ Werk gelenkt wird, sollen daher zunächst die gesellschaftstheoretischen Überlegungen einiger ausgewählter Autoren schlaglichtartig dargestellt werden, die in mehr oder weniger großem Maße auf das Verständnis Clausewitz‘ eingewirkt haben. Die hier gewonnenen Erkenntnisse werden dann im Verlauf der folgenden Arbeit ein Bezug erhalten und als Referenz dienen.

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