Kapitel V - Strategische Dimension: Effizienz der Kräfte

  • V.1 Einleitung

      Mit der strategischen Dimension des Krieges betrachten wir nun hauptthematisch dasjenige Handlungsfeld der Theorie des Krieges, welches für Clausewitz das ursprüngliche Hauptaugenmerk seines Werkes war. Diese Tatsache, dass nämlich Clausewitz in erster Linie über „die Theorie des großen Krieges oder die sogenannte Strategie“[1] schreiben wollte, wird in diesbezüglicher Sekundärliteratur gerne übersehen. Ihm ging es vordergründig darum zu analysieren, wie die Kräfte, die durch die Politik zur Führung des Krieges bestimmt wurden, idealerweise eingesetzt werden.   In der bisher betrachteten politischen Ebene haben wir in diesem Zusammenhang noch keine präzisen Vorstellungen entwickelt. Im Handlungsfeld der Politik lag die Bestimmung, ob Krieg geführt wird oder nicht und wenn ja, mit wie vielen Kräften. Die mit diesen Bestimmungen zusammenhängenden Entscheidungen sind für Read More
  • V.2 Das Gefecht als einzig wirksames Mittel der Strategie

       Während andere Darstellungen und Überlegungen, wie z.B. der Zusammenhang zwischen Krieg und Politik, in der wissenschaftlichen Literatur über Clausewitz zu erheblichen Auseinandersetzungen und verschiedensten Interpretationen führten, ist die Clausewitz’sche Idee vom Gefecht sowie dessen Nutzen für die Strategie bemerkenswert wenig behandelt und beachtet worden. Selbst Titel, die aus einer recht militärischen Perspektive verfasst sind, hinterfragen den Begriff des Gefechts nicht weiter.[1] Dies mag einerseits daran liegen, dass das mit „das Gefecht“ betitelte vierte Buch seines Werkes eines der ältesten ist und diesem daher ein älteres Gedankengut unterstellt wird, welches noch den absoluten Krieg als anzustrebendes Ideal betrachtet und sämtliche behutsamer geführten Kriege mehr oder weniger fehlerhaft nennt und auf einen Mangel an Energie und Willen zurückführt.[2] Die geringe Beachtung Read More
  • V.3 Unmittelbare strategische Bestimmung von Gefechten

       Im vorangegangenen Kapitel wurde das Gefecht als einzig wirksames Mittel in der Strategie betrachtet. Es wurde hierbei eine erste Vorstellung vom Ablauf und den möglichen Wirkungen eines Gefechtes erzeugt. Die Führung des Gefechts obliegt dabei der Taktik, welche die eigenen Streitkräfte mit dem Ziel gebraucht, feindliche Streitkräfte zu vernichten, um somit den durch das strategische Ziel vorgegebenen Zweck zu erfüllen. Die Wirkprozesse innerhalb des Gefechts werden im VI. Kapitel noch näher betrachtet, hier reichte es aus, die unterschiedlichen Wirksamkeiten, welche die Strategie dem Gefecht abfordern kann, aufgestellt zu haben.   Wenn der Krieg nun aus einem einzelnen Gefecht bestünde, dessen Ausgang über Sieg oder Niederlage des ganzen Krieges entscheidet, so wäre die Strategie kaum von Bedeutung, denn der Ausgang Read More
  • V.4 Der Handlungsrahmen der Strategie; Angriff und Verteidigung

    1. Der Handlungsrahmen der Strategie; Angriff und Verteidigung In den letzten beiden Kapiteln wurde das Clausewitz’sche Verständnis von dem einzelnen Gefecht analysiert. Das Gefecht stellt demnach das einzige wirksame Mittel der Strategie dar und aus diesem Grunde musste es umfänglich betrachtet werden. Nun muss es jedoch darum gehen, das einzelne Gefecht in einen Gesamtzusammenhang zum Krieg als Ganzes zu setzen und der Strategie damit ihre eigentliche Bedeutung zu geben. Im Kapitel IV.5 wurde festgestellt, dass es das Ziel des Krieges sei, den gegnerischen Willen zur Fortsetzung des bewaffneten Widerstandes zu brechen. Demnach ist es im Rahmen der Strategie der Zweck innerhalb des einzelnen Feldzuges, auf den gegnerischen Willen in diesem Sinne einzuwirken. Der Wille des Gegners zur Fortsetzung des Krieges Read More
  • V.5 Suche nach der besten Strategie und Bedeutung des Feldherrn

      1. Suche nach der besten Strategie und Bedeutung des Feldherrn   Vorherig wurde das Handlungsfeld der Strategie, d.h. das Spektrum, in welchem sie sich im Rahmen der Clausewitz’schen Kriegstheorie bewegen kann, ausführlich beschrieben. Nun kann die Theorie aber nicht bei diesen Handlungsgrenzen stehen bleiben. Viel interessanter wird es nämlich, wenn sie ihren Praxisbezug erhalten soll, d.h. wenn sie nicht nur die Fülle der verschiedenen strategischen Möglichkeiten beschreibt, sondern wenn sie zudem helfen soll, die richtige, d.h. treffende Strategie im Einzelfall zu wählen. Nicht zuletzt deshalb haben die meisten Clausewitzinterpreten die in den vorangegangenen Kapiteln unternommenen Untersuchungen umgangen und sich direkt unmittelbar unmittelbar auf die Folgerungen geworfen.   Read More
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