1.1. Raum

 

Die zweite Größe, welche die Strategie zu bestimmen hat, ist der Raum, in welchem das Gefecht stattfinden soll. Die Bestimmung dieses Raumes kann in Bezug auf das Ergebnis des Gefechts von großer Bedeutung sein. Zwar gelten die Geländebedingungen für beide kämpfenden Parteien gleichermaßen und die daraus resultierenden Schwierigkeiten heben sich daher bis zu einem bestimmten Grad gegenseitig auf, doch kann hier nichtsdestotrotz ein Vor- oder Nachteil entstehen, je nachdem ob a) die Streitkräfte der einen Partei für dieses Gelände besser geeignet sind und b) dieses Gelände für den taktischen Zweck einer Partei besser geeignet ist als für den der anderen.

 

Clausewitz stellt vor allem im sechsten und siebten Buch einen engen Bezug zwischen Geländebedingungen und Gefechtshandlungen her. Dabei stellt für ihn die freie, offene Ebene den Idealzustand von „Gegend und Boden“ in dem Sinne dar, dass sie auf die kriegerische Tätigkeit keinen hinderlichen Einfluss nimmt. Von diesem Zustand entfernt sich das Gelände durch drei Einflussgrößen: „einmal durch die Gestalt des Bodens, also durch Erhöhungen und Vertiefungen, dann durch Wälder, Sümpfe und Seen als natürliche Erscheinungen und endlich durch das, was die Kultur hervorbringt. In allen drei Richtungen nimmt der Einfluß der Gegend auf das kriegerische Handeln zu. Verfolgen wir diese drei Richtungen bis zu einer gewissen Weite, so haben wir das Gebirgsland, das wenig bebaute, mit Wald und Sümpfen bedeckte, und das sehr angebaute. In allen drei Fällen also wird der Krieg dadurch verwickelter und kunstvoller.“[1]

 

Diesen drei Einflussgrößen scheint noch eine vierte zu fehlen, namentlich die des Klimas bzw. der allgemeinen Witterungsverhältnisse, doch ist dies für die Strategie von wenig belang, da sich ein Kriegstheater doch nur in seltensten Fällen über verschiedene Klimazonen erstreckt, die Strategie die klimatischen Bedingungen also durch Verlagerung des Gefechts nicht beeinflussen kann. Allein die Taktik muss sich unzweifelhaft an diese Verhältnisse anpassen.

 

Die Beschaffenheit von Gegend und Boden können sich ferner in dreifacher Weise hinderlich auf die kriegerische Tätigkeit auswirken: „als Hindernis des Zuganges, als Hindernis der Übersicht und als Deckungsmittel gegen die Wirkung des Feuers; auf diese drei lassen sich alle zurückführen.“[2] Es sind also bei Clausewitz die Bewegung, die Wirkung der Waffen und schließlich die Informationsgewinnung, welche durch die Einwirkungen des Geländes mehr oder weniger gestört und behindert werden.

 

Nun bringt es wenig, sich in Einzelheiten zu verirren und die Vor- und Nachteile einer „Gebirgsverteidigung“[3] und einer „Verteidigung von Wäldern“[4] herauszuarbeiten. Diese Vor- und Nachteile scheinen je nach Ausrüstung und Beschaffenheit der Streitkräfte unterschiedlich und daher nicht von einem allgemeingültigen Standpunkt aus generisch feststellbar. Indem Clausewitz sich in seinem sechsten und teilweise auch im siebten Buch darin sehr versteigerte und allen Überlegungen einen sehr starken Bezug zum Gelände vorgab, hat er sich von seinem ursprünglichen Pfad, ein abstraktes Werk verfassen zu wollen, gelegentlich recht weit entfernt. So lässt sich auch in einer wahrscheinlich kurz vor seinem  Tod[5] verfassten Notiz lesen:

 

„Das meiste hat mich noch nicht befriedigt, und das sechste Buch ist als ein bloßer Versuch zu betrachten; ich würde es ganz umgearbeitet und den Ausweg anders gesucht haben.“[6]

 

Nehmen wir also an, dass es vor allem an der Fähigkeit und Fertigkeit der Streitkraft hängt, inwieweit sie die Geländehindernisse taktisch zu eigenen Gunsten zu nutzen weiß bzw. wenigstens deren Nachteile zu kompensieren in der Lage ist, so wird auch ersichtlich, dass der Vorteil sowohl auf der Angriffs-, als auch auf der Verteidigungsseite liegen kann, je nachdem welcher Art die eingesetzten Streitkräfte sind. Es ist also so, dass ein bestimmtes Terrain eine bestimmte Gefechtshandlung vielleicht beeinträchtigt, dass dies aber durch andere Fertigkeit und Fähigkeiten und auch durch eine modifizierte Taktik zumeist ausgeglichen werden kann.[7]

 

Die gesamten Überlegungen zum Gelände lassen sich schließlich, sofern ein bestimmter Abstraktionsgrad aufrecht erhalten werden soll, allein darauf reduzieren, dass es in diesem Zusammenhang die erste Aufgabe der Strategie sein muss, unter Berücksichtigung der Streitkräftefähigkeit und des taktischen Zwecks die Vor- und Nachteile des Geländes im konkreten Einzelfall richtig zu erkennen. Die Strategie muss also im Einzelfall analysieren, ob ein Gelände günstig ist, d.h. vorwiegend dem Gegner Nachteile bietet, ob es ungünstig ist, d.h. überwiegend den eigenen Kräften zum Nachteil gereicht, oder ob es neutral ist, d.h. das die Vor- und Nachteile sich gegenseitig neutralisieren.

 

Mit dieser Erkenntnis ist zunächst jedoch wenig gewonnen, denn sofern die kontrahierenden Strategen mit ihren Einschätzungen die Wahrheit möglichst nahe treffen und also zu analogen Ergebnissen kommen, findet sich zunächst noch kein Gefecht, denn da wo A ein günstiges Gelände erkennt und entsprechend das Gefecht haben will, da muss es in der Natur der Sache liegen, dass dieser Raum für B ungünstig wäre und er also das Gefecht gerade dort nicht haben will. Es ist also die zweite Aufgabe der Strategie nicht nur die Vor- und Nachteile des Geländes richtig zu erkennen, sondern auch das Gefecht in einem günstigen Gelände tatsächlich zu führen.

 

Da Clausewitz schreibt, dass der Verteidiger immer den Vorteil der Gegend habe[8], haben einige Interpreten geschlussfolgert, dass es grundsätzlich der Verteidiger sei, welcher das günstigere Gelände für sich beanspruchen könnte.[9] In dieser Allgemeinheit kann die Aussage jedoch nicht stehen bleiben.

 

An dieser Stelle soll noch nicht zu tief in die Diskussion um das offensive und das defensive Gefecht eingestiegen werden. Es kann aber nach allem bisher Gesagten vorausgesetzt werden, dass der Angreifer in diesem Zusammenhang derjenige ist, der den positiven Zweck hat, d.h. derjenige, der das Gefecht sucht und mit diesem etwas erreichen will. Er ist also derjenige, der aktiv zum Gefecht strebt, während der Verteidiger den Angriff abwartet, d.h. das Gefecht entweder nur anbietet oder es überhaupt nicht will. Nun beginnt das Gefecht nicht spontan, sondern erst in dem Augenblick, in welchem die Wirkradien der Streitkräfte die jeweils gegnerischen Streitkräfte berühren. Der Beginn eines Gefechts setzt also die Bewegung mindestens einer Streitkraft voraus.[10] Ich habe in diesem Zusammenhang bereits festgestellt, dass es aus diesen Gründen der Angreifer ist, der sich in der Regel (relativ) auf den Verteidiger zubewegt[11], dass aber auch die Möglichkeit für den Angreifer besteht, sich in die Bewegungsbahn des Verteidigers zu begeben und dort also den Anmarsch des nichtsahnenden Verteidigers abzuwarten.[12]

 

Nehmen wir diese Überlegungen zusammen, so folgt für die Bestimmung des Raumes:

 

  • In der Regel wird der Raum durch beide Parteien bestimmt, denn es bedarf einerseits des Verteidigers, der in einem bestimmten Raum das Gefecht anbietet, sich dort also aufstellt und den Angriff abwartet und andererseits des Angreifers, der das Gefecht sucht. Man könnte hier zwar meinen, dass sich der Verteidiger den Raum aussucht, in welchem er sich zur Verteidigung einrichtet, jedoch ist davon unbenommen, dass dies nur ein Angebot ist und der Angreifer diese Bedingungen auch annehmen muss. Es bedarf also in der Regel der Zustimmung beider Teile.[13]

  • Der Raum kann auch durch den Angreifer allein bestimmt werden, indem er dem Verteidiger das Gefecht an einem Ort aufdrängt, z.B. indem er den Verteidiger räumlich überraschend angreift oder ihn umstellt, d.h. seine Rückzugsmöglichkeiten abschneidet.[14] Dazu ist es zwar notwendig, dass sich der Verteidiger dort auch befindet, es setzt aber keineswegs dessen Einverständnis oder gar eine diesbezügliche Planung voraus.

  • Schließlich kann der Ort des Gefechts auch zufällig bestimmt werden, wenn beide Parteien unplanmäßig aufeinandertreffen.

 

Mit diesen Überlegungen wird ersichtlich, dass die Annahme, der Verteidiger würde stets den Raum des Gefechts bestimmen, in keiner Weise generell zutreffend ist. Zwar könnte unter Umständen gelten, dass der strategische Verteidiger ein gewisses Vorrecht bei der Bestimmung von offensiven wie auch defensiven Gefechten hat, doch wird dies an einige Bedingungen geknüpft sein, wie wir erst im hierauf folgenden Kapitel über Angriff und Verteidigung sehen werden.

 

Versuchen wir den Themenkomplex aus einer anderen Richtung zu betrachten. Alle Zwecke, aufgrund welcher Streitkräfte gebraucht werden können, haben offensichtlich stets einen räumlichen Bezug. Eine feindliche Streitkraft kann nur dort vernichtet werden, wo sie sich befindet. Ein Raum kann nur in Besitz genommen werden, indem sich die eigene Streitkraft darin aufhält und ein allgemeiner Schaden kann nur an Personen und Gegenständen verübt werden, wenn sich die Streitkräfte am entsprechenden Ort mindestens kurzfristig ungestört auswirken können. Raum und Ziel eines Gefechts stehen also in einem engen Zusammenhang zueinander und wenn die Strategie einem Gefecht einen anderen Raum zuweist, dann weist sie ihm auch unweigerlich ein anderes Ziel zu. Es mag zwar sein, dass der fernere Zweck derselbe bleibt, aber das nächste Ziel des Gefechts muss sich unweigerlich ändern. Die einzige Möglichkeit ein und dasselbe Ziel in einem anderen Raum zu verwirklichen ist es, das Gefecht in der Zeit zu verschieben; dazu komme ich aber erst im nächsten Abschnitt.

 

Wenn die Strategie also den Ort eines Gefechts bestimmt, dann tut sie dies nicht aufgrund der Begünstigungen oder Hemmnisse, die taktisch mit diesem Ort verbunden sind, sondern sie tut es in Abwägung von der Bedeutung des Ziel und den Wahrscheinlichkeiten sowie den Anstrengungen, mit welchen dieses realisiert werden kann. Die Beschaffenheit des Geländes ist dabei nur einer von mehreren Faktoren in Bezug Wahrscheinlichkeit und Anstrengung, die mit der Zielerreichung verbunden ist. Dies entkräftet nochmals die Annahme, dass es stets der Verteidiger sein könnte, der das für ihn günstige Gelände wählen dürfe. Vielmehr muss die Gunst der Geländebeschaffenheit als zufällig betrachtet werden, denn wenn das für den Verteidiger günstige Gelände für den gesamten Krieg vollkommen unbedeutend ist, so macht der Aufenthalt in demselben überhaupt keinen Sinn, sondern bindet nur Kräfte, die eigentlich an anderer Stelle gebraucht werden müssten.

 

Es läuft somit alles wieder auf die Ökonomie der Kräfte hinaus, denn der Gebrauch von Streitkräften in einem besonders ungünstigen Gelände lässt sich nur durch das Verfolgen eines besonders gewichtigen Zwecks rechtfertigen.

 

Damit wurde aber ein ganz wesentlicher Faktor noch nicht betrachtet, der bei der Bestimmung des Gefechts von großer Bedeutung ist. Die Strategie kann nämlich ein offensives Gefecht bestimmen, indem sie den Raum nach dem Aufenthaltsort des Gegners festlegt oder sie kann es defensiv bestimmen, indem sie den Raum nach dem eigenen Standort bestimmt. Im ersten Fall trifft sie selbst die Entscheidung zum Gefecht, d.h. sie sucht die Waffenentscheidung. Im zweiten Fall überlässt sie diese Entscheidung dem Gegner, d.h. sie bietet das Gefecht nur an. Schließlich muss noch ein dritter Fall erwähnt werden, in welchem die Strategie das Gefecht überhaupt nicht will, sondern es ihr aufgezwungen wird.[15] Bei all diesen Bestimmungen des Raumes wird aber immer wieder deutlich, dass der Ort eines Gefechts untrennbar mit dem Ziel desselben verknüpft ist, dass nämlich das Anbieten eines Gefechts immer mit einer negativen, das Suchen mit einer positiven Absicht verknüpft sein muss.

 

Es lässt sich also sagen, dass die Bestimmung des Raumes, in welchem ein Gefecht ausgetragen werden soll, nichts an sich ist, sondern dass die Bedeutung des Raumes immer in Bezug auf das Ziel bzw. den Zweck zu betrachten ist, mit dem das Gefecht geführt werden soll. Daraus ist zu folgern, dass je mehr der strategische Verteidiger sich in Räumen aufstellt, die für ihn sehr günstig sind, desto mehr läuft er Gefahr, dass der Angreifer ihm gerade diese Räume gar nicht streitig machen wird und die Streitkräfte daher als wirkungslos betrachtet werden müssen – zwar erhalten sie einen bestimmten Besitz und erfüllen in diesem Sinne auch einen Zweck, aber sie nutzen dabei den Gegner in keiner Weise ab, wodurch dieser seine Vorteile an anderer Stelle suchen kann.

 

So bietet sich z.B. eine Stadt an, um sie zur Festung auszubauen und sich in ihr gegen einen Angriff zur Verteidigung einzurichten.[16] Jedes einzelne Haus muss von dem Angreifer einzeln erobert, durchsucht usw. werden und somit wird dem Angreifer erhebliche Anstrengung abgefordert, die sich zum einen in der reinen Dauer äußert, welche das Freikämpfen einer Stadt benötigt, und zum anderen in den unverhältnismäßigen Verlusten, die er dabei erleiden muss. Es hört sich also im ersten Augenblick sehr gut für den Verteidiger an, mit vielen Kräften in die Stadt zu gehen und dort den feindlichen Angriff abzuwarten. Allein, der Angreifer weiß um die Schwierigkeiten des Kampfes im urbanen Gelände und er wird darum die befestigte Stadt einschließen, mit den Hauptkräften hinter sich lassen und seine Vorteile in anderen Räumen suchen, z.B. in der Inbesitznahme von anderen Ländereien usw. Was hat der strategische Verteidiger nun gewonnen? Zunächst hat er einen Raum erhalten, denn er ist nach wie vor in Besitz seiner Festung. Zweitens hat er auch den Gegner geschwächt, denn dieser muss die befestigte Stadt umschlossen halten und dies wird ihm mehr Kräfte kosten, als sich feindliche Kräfte in der Stadt befinden, da er einen möglichen Ausbruch der eingeschlossenen Kräfte verhindern können muss, ohne jedoch zu wissen, in welche Richtung selbiger unternommen wird. Clausewitz geht daher davon aus, dass zum Einschließen mindestens die doppelte Anzahl der eingeschlossenen Streitkräfte erforderlich ist.[17] Beides ist aber kein entscheidender Gewinn, sondern nur ein Spiel auf Zeit. Der Eingeschlossene ist schließlich in einer sehr unglücklichen Lage, denn er ist von seiner Versorgung abgeschlossen und wird von einer Übermacht außerhalb der Stadt bedroht. Die eingeschlossenen Streitkräfte werden also auf Dauer immer schwächer und haben daher auch immer weniger Bindungskraft gegenüber dem Gegner. Die Zeit läuft nun also plötzlich für den strategischen Angreifer und es muss entweder an anderer Stelle eine Wendung eintreten, die die Befreiung der Eingeschlossenen ermöglicht oder die Eingeschlossenen müssen selbst den Ausbruch wagen und also das Gefecht, was ihnen nunmehr vom strategischen Angreifer angeboten wird, außerhalb ihrer schützenden Festung annehmen, um wieder Bewegungsfreiheit zu erhalten und letztlich nicht zu verhungern. Im Ergebnis konnten sie also vom Vorteil ihres Geländes zu keinem Zeitpunkt tatsächlichen Gebrauch machen, weil dem Gegner die Anstrengungen eines solchen Gefechts zu hoch waren.

 

Schließlich bleibt nur ein letzter Punkt zu erwähnen, der im Zuge der Bestimmung des Orts eines Gefechts eine Rolle spielt. Dies ist die Entfernung dieses Raumes vom gegenwärtigen bzw. vorherigen Standort. Diese Entfernung begründet ein ganz maßgebliches Element der Strategie, nämlich den Marsch oder auch das Manöver. Der Marsch ist demnach nichts als „ein Übergang von einer Aufstellung zur anderen“[18]. Es gibt ihn sowohl im Rahmen der Taktik, d.h. innerhalb des Gefechts, als auch im Rahmen der Strategie, d.h. zwischen verschiedenen Gefechten. Dabei kann der Marsch nur drei Zwecken dienen und diese sind a) die Distanz zum Gegner zu verringern, um diesen alsbald anzugreifen, b) die Distanz zum Gegner zu vergrößern, um Zeit zu gewinnen und seinen Angriff zu verzögern oder c) eine bessere Verteidigungsstellung als die derzeitige einzunehmen, entweder weil sie günstigere Bedingungen des Kampfes bietet oder weil wertvollere Zwecke mit ihr verbunden sind. So sind auch Kriege zu erklären, die ohne wesentliche Gefechte auskommen, die nur ein gegenseitiges Manövrieren darstellen, wobei beide Parteien versuchen, sich in eine überlegene Lage zu versetzen und dadurch den Gegner zur Aufgabe zu zwingen.[19] Auf strategischer Ebene muss der Marsch stets als Schwachstelle gedacht werden, denn es ist eine Phase, in welcher die Streitkräfte nicht zum Kämpfen bestimmt sind, in welcher sie nicht in ihrer gewohnten Aufstellung sind, sondern sich auf einer Marschstraße befinden.

 

Ein möglicher Angreifer findet den marschierenden Gegner also zumindest im ersten Augenblick wehrlos vor und die ersten Erfolge werden auf seiner Seite unverhältnismäßig groß sein.

 

Bei der Bestimmung des Raumes eines Gefechts muss die Strategie also auch immer die mit dem Marsch dorthin verbundenen Risiken und Anstrengungen einkalkulieren und dies ist ein weiterer räumlicher Faktor, welcher sich mit dem Ziel des Gefechts im Gleichgewicht halten muss.

 



[1]                 Clausewitz, Kriege, S. 603.

[2]                 Clausewitz, Kriege, S. 602,

[3]                 Clausewitz, Kriege, S. 707.

[4]                 Clausewitz, Kriege, S. 759.

[5]           Zur Datierung der so genannten Notiz gibt es unterschiedliche Meinungen. Vgl. Lütsch, Krieg, S. 70 ff.

[6]                 Clausewitz, Kriege, S. 181.

[7]                 Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 707 ff.

[8]                 Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 618; S. 622 f.

[9]                 Vgl. Aron, Clausewitz, S. 222 ff.

[10]               Siehe Kapitel III.5.1.

[11]               Siehe Kapitel III.5.2. Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 628.

[12]               Siehe Kapitel III.5.4.

[13]               Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 449 ff.

[14]               Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 451.

[15]               Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 449 ff.

[16]               Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 670.

[17]               Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 938.

[18]               Clausewitz, Kriege, S. 550.

[19]               Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 898 ff.

 

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Kapitel V.3 - Übersicht

  • V.3.1 Kräfte

       Der Strategie stehen für den gesamten Feldzug nur begrenzt viele Streitkräfte zur Verfügung. Die Größe dieser Kräfte ist grundsätzlich von der politischen Ebene aus bestimmt und somit für die Strategie als „ein Gegebenes“[1] zu betrachten.[2] Gleichwohl muss die Strategie die ihr zur Verfügung stehenden Kräfte disponieren, d.h. sie muss die Größe der für ein einzelnes Gefecht bestimmten Streitkräfte bestimmen.   Die Größe einer Streitkraft ist zunächst definiert durch die Anzahl der sich in ihr befindlichen Individuen. Dies ist freilich eine starke Vereinfachung, da sowohl die Fähigkeiten des einzelnen Individuums in Hinblick auf Ausrüstung, Übung, Erfahrung, Bewaffnung etc., als auch das Zusammengehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl der Individuen untereinander die Stärke einer Streitkraft erheblich beeinflusst. Darüber hinaus müssen die Fähigkeiten des taktischen Read More
  • V.3.2 Raum

    1.1. Raum Die zweite Größe, welche die Strategie zu bestimmen hat, ist der Raum, in welchem das Gefecht stattfinden soll. Die Bestimmung dieses Raumes kann in Bezug auf das Ergebnis des Gefechts von großer Bedeutung sein. Zwar gelten die Geländebedingungen für beide kämpfenden Parteien gleichermaßen und die daraus resultierenden Schwierigkeiten heben sich daher bis zu einem bestimmten Grad gegenseitig auf, doch kann hier nichtsdestotrotz ein Vor- oder Nachteil entstehen, je nachdem ob a) die Streitkräfte der einen Partei für dieses Gelände besser geeignet sind und b) dieses Gelände für den taktischen Zweck einer Partei besser geeignet ist als für den der anderen. Clausewitz stellt vor allem im sechsten und siebten Buch einen engen Bezug zwischen Geländebedingungen und Gefechtshandlungen her. Dabei Read More
  • V.3.3 Zeit

    1.1. Zeit Schließlich bleibt als dritte Bestimmung der Strategie die Zeit, zu welcher ein Gefecht stattfinden soll. Hier ist es zunächst leicht, denn es ist offensichtlich das Vorrecht des Angreifers, den Zeitpunkt seines Angriffs und damit den Beginn des Gefechts zu bestimmen. Dem Verteidiger bleibt zunächst nur, den feindlichen Angriff abzuwarten und also ist er in diesem Punkt dem Angreifer ausgeliefert. Dies entbindet freilich den Verteidiger nicht davon, auch seinerseits einen Zeitpunkt festzulegen, denn auch er muss bestimmen, ab wann er für die Verteidigung bereit sein will, d.h. zum einen den entsprechenden Raum erreicht und zum anderen die notwendige Aufstellung eingenommen zu haben. Beginnt nämlich der Angriff vor der zeitlichen Bestimmung des Verteidigers, so ist entweder der Verteidiger noch gar Read More
  • V.3.4 Zusammenfassung

    1.1. Zusammenfassung Bisher wurden Kräfte, Zeit und Raum als die wesentlichen Größen identifiziert, mit welchen die Strategie das einzelne Gefecht bestimmt. Diese drei Größen geben jedoch nur die Rahmenbedingungen für das Gefecht, für die inhaltliche Ausgestaltung desselben ist allerdings das damit zu verfolgende Ziel auch unumgänglich in die Betrachtung mit einzubeziehen. Als unmittelbares Ziel des Gefechts bezeichnen wir die sich daraus ergebende unmittelbare Wirksamkeit, welche die Strategie gebrauchen will, um fernere Ziele zu verwirklichen bzw. zu unterstützen. So kann das unmittelbare Ziel eines Gefechts sein, gegnerische Streitkräfte zu vernichten, um das ferneren Ziel der Landnahme wahrscheinlicher zu machen und ebenso gut kann das unmittelbare Ziel eines Gefechts die Einnahme eines bestimmten Raumes sein, um diesen später als entscheidende Stellung zur Read More
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