1.1. Zusammenfassung

 

Bisher wurden Kräfte, Zeit und Raum als die wesentlichen Größen identifiziert, mit welchen die Strategie das einzelne Gefecht bestimmt. Diese drei Größen geben jedoch nur die Rahmenbedingungen für das Gefecht, für die inhaltliche Ausgestaltung desselben ist allerdings das damit zu verfolgende Ziel auch unumgänglich in die Betrachtung mit einzubeziehen.

 

Als unmittelbares Ziel des Gefechts bezeichnen wir die sich daraus ergebende unmittelbare Wirksamkeit, welche die Strategie gebrauchen will, um fernere Ziele zu verwirklichen bzw. zu unterstützen. So kann das unmittelbare Ziel eines Gefechts sein, gegnerische Streitkräfte zu vernichten, um das ferneren Ziel der Landnahme wahrscheinlicher zu machen und ebenso gut kann das unmittelbare Ziel eines Gefechts die Einnahme eines bestimmten Raumes sein, um diesen später als entscheidende Stellung zur Vernichtung der feindlichen Streitkräfte zu nutzen. Das Ziel des einzelnen Gefechts ist also in der Regel selbst nur ein Mittel für einen ferneren Zweck – wir wollen an dieser Stelle aber nur und ausschließlich nach dem unmittelbaren Ziel fragen, da dies auch die unmittelbare Bestimmung und Grundlage für das Gefecht sein muss. Wobei sich freilich auch weitere Auflagen aus den ferneren Zwecken für das einzelne Gefecht ergeben können.

 

Da ein jedes strategisches Ziel nur durch einen höheren Zweck begründet ist und nicht um seiner selbst willen besteht, so folgt daraus von selbst, dass ein Ziel niemals unbedingt erfüllt werden muss, sondern stets das Maß einer bestimmten Anstrengung nicht übersteigen darf. Es muss also die Anstrengung und Dauer des Gefechts in einem ausgewogenen Verhältnis zu dem damit verfolgten Zweck, d.h. seinem unmittelbarem und ferneren Nutzen, stehen. Dies scheint durch die Bestimmungsgrößen Kräfte, Raum und Zeit nicht in hinreichendem Maße verwirklicht, so dass der Taktik auch eine bestimmte Intensität vorgegeben werden muss, mit welcher sie das Ziel des Gefechts verfolgt. Diese Diskussion soll aber erst in dem Kapitel VI geführt und somit im Rahmen der Taktik weiter betrachtet werden.

 

Dieser Abschnitt soll vielmehr dazu genutzt werden, um nochmals die sechs im Kapitel V.2.2 festgestellten Ziele von Gefechten zu untersuchen und in Hinblick auf die Bestimmungsgrößen einige Besonderheiten herauszuarbeiten. Dabei muss unterstrichen werden, dass ein Gefecht in der Wirklichkeit in der Regel mehreren Zielen in je unterschiedlicher Gewichtung dienen kann. Hier betrachten wir also nur Archetypen:

 

 Das Ziel ist die Vernichtung feindlicher Streitkräfte (Angriff).

 

Die Vernichtung feindlicher Streitkräfte ist ein im Gefecht naheliegender Zweck. Sie darf jedoch nicht absolut, sondern muss relativ verstanden werden und kann nur als realisiert betrachtet werden, indem verhältnismäßig mehr feindliche als eigene vernichtet werden. Der Erhalt eigener Kräfte ist also immer ein integraler Bestandteil dieser Absicht.[1] Wenn A am Ende des Gefechts 20 Prozent der gegnerischen Gesamtstreitkraft geschlagen hat, so kann nur dann von einer Vernichtung feindlicher Streitkräfte gesprochen werden, wenn A selbst weniger als 20 Prozent verloren hat. Andernfalls würde nicht B, sondern A geschwächt sein und seine Streitkräfte wären anteilig vernichtet worden.

 

Mit der Vernichtung feindlicher Streitkräfte ist also konkret die relative Schwächung des Gegners beabsichtigt, wobei dies nicht rein quantitativ zu verstehen ist.[2] So kann die Tötung oder Verwundung eines Einzelnen eine viel größere moralische Wirkung zeigen, als die Vernichtung einer ganzen Einheit, je nachdem wie sehr die verschiedenen Streitkräfte z.B. Verluste gewohnt sind oder das Leben schätzen. Es müssen somit neben den physischen auch immer die moralischen Streitkräfte betrachtet werden.[3]

 

Dabei kennt die Vernichtung feindlicher Streitkräfte freilich Grade. Sie beginnt bei einem kurzen Feuerüberfall und schnellem, anschließenden Ausweichen, d.h. der Tötung oder Verwundung von Einzelpersonen, der vereinzelten Unbrauchbarmachung von Gerät sowie der daraus resultierenden Verwirrung und moralischen Beeinträchtigung. Und schließlich gipfelt sie bei der vollständigen physischen oder moralischen Vernichtung der feindlichen Streitkraft, d.h. deren vollständiger Wehrlosigkeit. Der Grad dieses Ziels muss freilich von der Strategie bestimmt werden und auch hier ist wieder ersichtlich, dass je größer das angestrebte Ziel, desto wahrscheinlicher das Scheitern und desto größer die dafür notwendigen Anstrengungen der Kräfte.

 

Beabsichtigt die Strategie mittels Gefecht feindliche Streitkräfte zu vernichten, so kann der Raum desselben nur nach deren Aufenthaltsort bestimmt werden. Jede Einschränkung dieses Satzes, z.B. dass der Gegner nicht in einem besonders ungünstigen oder gar nur in einem besonders günstigen Gelände angegriffen werden darf, vermindert einerseits das Risiko einer Niederlage, d.h. er erhöht die Wahrscheinlichkeit des Erfolges, andererseits wird es aber die Realisierung des Ziels verzögern oder vielleicht sogar unmöglich machen. Entschließt sich A nämlich, den B nur in einem bestimmten Raum anzugreifen, so kann B entweder diesen Raum meiden und somit seiner Vernichtung überhaupt entgehen oder er kann sich sehr gut vorbereiten bevor er diesen Raum betritt, so dass die Wahrscheinlichkeit des Erfolges von A wieder in weitere Ferne rückt.   

 

Des Weiteren ist natürlich die moralische Wirkung eines Sieges viel größer, wenn der Gegner unter für ihn optimalen, ausgesuchten Bedingungen gefochten hat – wurde er nämlich auf dem Marsch überfallen, so wäre er nur auf dem falschen Fuß erwischt und würde vielleicht Vergeltung suchen. Wurde er aber in einer von ihm ausgewählten Stellung vernichtet, so ist ihm seine Chancenlosigkeit deutlich vor Augen geführt und eine Vergeltung unter dann noch schlechteren Bedingungen scheint umso sinnloser.

 

In Bezug auf Kräfte, Raum und Zeit lässt sich in diesem Zusammenhang folgendes zusammenfassen: Die Wahrscheinlichkeit auf ein erfolgreiches Gefecht bzw. auf die Realisierung der Vernichtung feindlicher Streitkräfte wird am größten sein, wenn die Strategie alle nach Raum und Zeit verfügbaren Kräfte dazu bestimmt. Gleichwohl setzt sie damit alles auf eine Karte, denn aus einer Niederlage folgt hier automatisch der umso größere Verlust. Ferner ist die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs regelmäßig dann am größten, wenn das Gefecht so schnell wie möglich begonnen wird. Dies erklärt sich dadurch, dass der Verteidiger, wenn er die Absichten des Angreifers vorausahnt, seine Verteidigung vorbereiten kann. Durch seine Anwesenheit in dem entsprechenden Raum kann der Verteidiger Vorbereitungen treffen, das Gelände nach seinem Nutzen umbauen, sich mit der Umgebung vertraut machen usw. Auch der Angreifer braucht seine Vorbereitungszeit, doch diese ist vergleichsweise endlich. Mit jedem Tag, an welchem der Verteidiger sich also weiter vorbereitet, der Angreifer aber nichts tut, muss das Übergewicht des Angreifers abnehmen und somit auch die Wahrscheinlichkeit des Sieges schwinden. Das es viele Fälle geben kann, in denen andere Umstände den Angreifer durch sein Abwarten stärken, weil z.B. der Verteidiger die Nerven verliert oder er von seinen Versorgungslinien abgeschnitten ist, sei hiervon unberührt; wir sagen nur, dass ein gut vorbereiteter, aber dennoch verzugsloser Angriff vorteilhafter ist als die Verzögerung desselben, wenn keine anderen Gründe für eine Verzögerung sprechen. Gleichwohl bedarf die Entscheidung zu einem solchen Gefecht stets großer Entschlossenheit und je weniger entschlossen der Feldherr ist, je mehr er sich um die Verantwortung windet, desto mehr wird er das Gefecht hinauszögern und auf die Änderung äußerer Umstände hoffen. Denn „so wild die Natur des Krieges ist, so liegt sie doch an der Kette der menschlichen Schwächen, und der Widerspruch, der sich hier zeigt, daß der Mensch die Gefahr sucht und schafft, die er gleichwohl fürchtet, wird niemand befremden.“[4] Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit des Sieges dann am größten, wenn der Kampf im günstigsten Gelände ausgetragen wird. Gleichwohl setzt dies voraus, dass der Gegner dieses Gelände auch aufsucht; allein er hat dazu in der Natur der Sache keinen Grund, denn er will nur das Bestehende erhalten und benötigt dazu kein Gefecht. Also ist das Anbieten oder Suchen eines Gefechts im günstigen Raum nichts anderes als ein Abwarten und somit gegen die Forderung, das Gefecht unverzüglich zu suchen.

 

Aus alledem folgt, dass das Gefecht zur Vernichtung feindlicher Streitkräfte immer mit allen Kräften verzugslos dort gesucht werden muss, wo der Gegner sich befindet, d.h. wo er das Gefecht anbietet. Gleichwohl kann es einerseits viele Gründe geben, die diesem Verhalten tatsächlich entgegenstehen, z.B. berechtigte Hoffnungen auf einen baldigen Friedensschluss, Schwächung des Gegners durch Nichtstun, weitere Verstärkung durch andere Streitkräfte oder die Hoffnung, dass der Gegner zum Angriff schreitet oder einen anderen, für uns günstigeren Raum sucht. Andererseits stehen auch weniger vernünftige, doch mehr emotionale Gründe dagegen, denn die Furchtsamkeit, die Mutlosigkeit und schließlich auch die Ungewissheit aller Erkenntnisse, werden dem Entschluss des Feldherrn zum Angriff entgegenstehen.

 

 Das Ziel ist der Erhalt eigener Streitkräfte (Verteidigung).

 

Der Erhalt eigener Streitkräfte mittels Gefecht muss auf den ersten Blick als ein Kuriosum erscheinen. Zwar ist es offensichtlich, dass jede Partei möglichst wenige Kräfte verlieren will und aus diesem Grunde ist es naheliegend, den Selbsterhalt als einen jedem Gefecht inhärenten, aber dennoch nachgeordneten Zweck zu betrachten. Die Selbsterhaltung als bestimmendes Motiv zum Gefecht muss dennoch als höchst widersprüchlich betrachtet werden, da der Erhalt eigener Kräfte durch nichts mehr gefährdet scheint als durch das Gefecht selbst.

 

Da im Gefecht eigene Kräfte zwangsläufig vernichtet werden, scheint es zunächst sinnlos, ein solches mit der Absicht zu führen, eigene Kräfte zu erhalten. Wäre es also das vorrangige Bestreben, die eigenen Kräfte zu erhalten, so müsste vielmehr das Gefecht grundsätzlich gemieden werden bzw. im Falle eines Überraschungsangriffs oder einer Einschließung[5] so schnell wie möglich abgebrochen werden. In diesem Falle könnte aber überhaupt nicht von einem Zweck des Gefechts gesprochen werden, da das Gefecht selbst unzweckmäßig wäre.

 

Den Zweck des Selbsterhaltens im Gefecht zu verfolgen wäre also absurd, wenn wir darunter den absoluten Selbsterhalt verstehen würden. Clausewitz meint aber den relativen Selbsterhalt, so schreibt er:

 

„Hier ist es, wo wir von der Vernichtung der feindlichen Streitkraft die negative Seite, nämlich die Erhaltung der eigenen, zu betrachten haben. Diese beiden Bestrebungen gehen stets miteinander, weil sie in Wechselwirkung stehen; sie sind integrierende Teile ein und derselben Absicht, und wir haben nur zu untersuchen, welche Wirkung entsteht, wenn die eine oder die andere das Übergewicht hat. Das Bestreben zur Vernichtung der feindlichen Streitkräfte hat den positiven Zweck und führt zu positiven Erfolgen, deren letztes Ziel die Niederwerfung des Gegners sein würde. Das Erhalten der eigenen Streitkräfte hat den negativen Zweck, führt also zur Vernichtung der feindlichen Absicht, d. h. zum reinen Widerstand, wovon das letzte Ziel nichts sein kann, als die Dauer der Handlung so zu verlängern, daß der Gegner sich darin erschöpft.

 

Das Bestreben mit dem positiven Zweck ruft den Vernichtungsakt ins Leben, das Bestreben mit dem negativen wartet ihn ab.“[6]

 

Dies wirft zunächst einige Fragen auf. Betrachten wir beide Motive, also Vernichtung und Erhalt, als integrierende Teile ein und derselben Absicht, so ist daraus zu folgern, dass das Motiv des Erhaltens nicht etwa absolut zu verstehen ist, sondern relativ, d.h. dass es dann verwirklicht wird, wenn der Gegner am Ende des Gefechts mehr geschwächt ist als der Akteur. Nun stellt sich allerdings die Frage, wie das Motiv zum Erhalt eigener Kräfte gegen das Motiv zur Vernichtung feindlicher Kräfte abgegrenzt werden kann. Wenn A den V vernichten will, so folgt daraus, dass er ihn angreifen muss. Er hat also ein positives Motiv und sucht das Gefecht. Er ruft somit den Vernichtungsakt ins Leben und dieser dauert genau so lange an, wie A seine Absicht aktiv verfolgt. V hingegen verfolgt das negative Motiv und sucht das Gefecht nicht, da der Erhalt seiner Kräfte auch ohne Gefecht realisiert würde. A muss also die Stöße geben und V muss diese nur aushalten, solange A von seiner Absicht nicht ablässt. Kommt ein Gefecht also nicht zu Stande, so hat V sein Motiv erfüllt, wohingegen A dies nicht hat. Wenn nun aber – und dies mag in der ferneren Absicht von V liegen – der A im Zuge seines Angriffs mehr Kräfte verliert als der V, so hätte V zwar im Endeffekt feindliche Streitkräfte vernichtet, allein dies geht nicht auf sein aktives Handeln zurück, sondern auf das des A, denn dieser hat den Vernichtungsakt ins Leben gerufen, seine Dauer bestimmt und darum ist die Vernichtung nicht das Handlungsmotiv von V.

 

Einfacher ausgedrückt, wenn V weiß, dass A ihn in seiner Stellung angreifen will, so hat A zwei Möglichkeiten: a) diese Stellung verlassen, um nicht angegriffen zu werden oder b) in dieser Stellung verweilen und den Angriff abwehren. Die Möglichkeit c), dass A den V früher angreift, lassen wir hier außen vor.[7] Wenn nun die fernere, d.h. strategische Absicht des V ist, seine Kräfte an einem anderen Ort zu gebrauchen, sie hier also vollständig zu erhalten, so muss er ausweichen und also das Gefecht meiden. Ist es aber seine fernere Absicht, die gegnerischen Streitkräfte zu vernichten, so kann er die gegenwärtige Stellung halten und den gegnerischen Angriff abwarten. Durch seine passive Haltung ist sein unmittelbares Handeln, welches zum Gefecht führt, aber nicht auf die Vernichtung feindlicher, sondern den Erhalt eigener Kräfte ausgerichtet. Wenn der A also doch nicht zur Tat schreitet, kommt es auch zu keiner Vernichtung, weil V dieses Handlungsmotiv nicht aktiv verfolgt hat. So ist es allein der Angreifer, der festlegt, wie viele Kräfte er einsetzt und somit auch der möglichen Vernichtung aussetzt. Im weitesten Sinne ist es also A selbst, der seine Kräfte durch sein Handeln der Vernichtung aussetzt, während V nur bestrebt ist, seine Kräfte zu erhalten und dadurch den Gegner abzunutzen.

 

Betrachten wir nun die Bestimmungen der Strategie, so kommen wir bei den Kräften auf das analoge Ergebnis wie auch bei der Vernichtung feindlicher Streitkräfte: die Erfolgswahrscheinlichkeit ist am größten ist, wenn alle verfügbaren Kräfte eingesetzt werden, gleichsam ist dann aber die Gefahr am höchsten, da alle Kräfte der möglichen Vernichtung ausgesetzt sind. Was die Zeit betrifft, so begibt sich der Erhaltende unter das Gesetz des anderen, denn er wartet den Angriff in Bezug auf seinen Beginn und seine Dauer nur ab und kann den Zeitpunkt folglich nicht bestimmen. Könnte er es, so müsste jede Verzögerung in seinem Interesse liegen, wie es aus dem oben gesagten hervorgeht. Interessant ist allerdings die Betrachtung der räumlichen Dimension. Hier hat zunächst der Verteidiger die erste Wahl, denn dort wo er sich aufstellt muss der Angreifer ihn schlagen. Wenn er sich jedoch zu günstig positioniert, so kann daraus die Konsequenz erwachsen, dass der potentielle Angreifer selbst die Energie nicht aufbringt und stattdessen seinerseits das Gefecht nur anbietet. Ist der Raum für den Verteidiger also derart günstig, dass der Angreifer es nicht wagt anzugreifen, so ist zwar die Erhaltung der eigenen Streitkräfte im taktischen Sinne realisiert. Für die Strategie ist mit diesem Verständnis von Selbsterhalt jedoch nichts gewonnen, denn die eigenen Streitkräfte würden hierdurch wirkungslos in einem für die Verteidigung günstigen Raum festsitzen, während die feindlichen sich überall anders frei entfalten und auswirken könnten. Ein derartiger Einsatz der Streitkräfte wäre also gegen die Forderung nach der Ökonomie der Kräfte[8] und würde unter Umständen gar nicht zum faktischen Erhalt führen; durch ihr ungestörtes Handeln im restlichen Raum würden die feindlichen Kräfte stärker werden, wohingegen die eigenen gleichstark blieben, wenn sie nicht sogar durch den möglichen Umstand einer Abgeschiedenheit schwächer würden. Es ergibt sich daher wieder ein diffuses Spannungsfeld, welches auf Wahrscheinlichkeiten und Vermutungen über die gegnerische Absicht gründet, in welchem sich die Strategie bewegen muss, wenn sie den Raum für das entsprechende Gefecht bestimmt.

 

 Das Ziel ist die Inbesitznahme von Raum (Angriff).

 

Das positive Motiv zu einem Gefecht kann die Besitznahme von Land sein. Die Unterscheidung zwischen diesem Motiv und dem Zweck der Vernichtung feindlicher Streitkräfte mag nicht sofort einleuchten, denn in der Vorstellung geht die Vernichtung feindlicher Streitkräfte auch immer mit dem Gewinnen des entsprechenden Raumen und vice versa einher. Aber dies muss nicht so sein, denn ein kurzer Feuerüberfall mit unverzüglichem Ausweichen vernichtet feindliche Streitkräfte ohne jedoch Raum zu gewinnen und ein unverzügliches Ausweichen des Gegners beim Erscheinen des Angreifers lässt den Angreifer zwar Raum gewinnen, verhindert aber die Vernichtung feindlicher Streitkräfte. Das hier betrachtete Motiv grenzt sich gegen das Motiv der Vernichtung feindlicher Streitkräfte am einfachsten dadurch ab, dass der Rückzug der feindlichen Streitkräfte in diesem Falle ein Erfolg ist, die Umschließung derselben sich also vernünftigerweise verbietet, während beim Gefecht zum Zwecke der Vernichtung der rechtzeitige Rückzug der feindlichen Streitkräfte einer wenigstens vorläufigen Niederlage gleichkommt.

 

Der Raum, in welchem das Gefecht stattfindet, ist naturgemäß bereits durch den Zweck definiert, denn er kann nur in dem Raum stattfinden, welcher erobert werden soll. Dass zu diesem Zweck auch ein Gefecht in einem anderen Raum geführt werden kann, sei es um die Inbesitznahme vorzubereiten oder zu erleichtern, ist davon unbenommen, fällt aber in den Bereich der ferneren Zwecke. Um einen Raum in Besitz zu nehmen, muss aber genau dieser Raum auch eingenommen und die dort befindliche Streitkraft zum Ausweichen gezwungen oder vernichtet werden. Jedoch ist es der Angreifer, der den Zweck seines Handelns bestimmt und im Falle der Inbesitznahme von Raum muss er sich dabei nicht bzw. nur zweitrangig von der Aufstellung des Gegners leiten lassen. Ist die Vernichtung des Gegners nur dort möglich, wo sich derselbe befindet, so wird die Wahl des Raums bei dem hier betrachteten Zweck freier und richtet sich nach der Bedeutung des Zwecks und kann auch vorzugsweise dort stattfinden, wo der Gegner nur schwach oder gar nicht vorhanden ist.

 

Was den Zeitpunkt des Angriffs betrifft, so gilt auch hier wieder dass ein umso früherer Angriff auch umso früher den Zweck erfüllen kann und daher grundsätzlich anzustreben ist und darüber hinaus jedes Verstreichen von Zeit dem Verteidiger zur Vorbereitung des Defensivgefechts zunutze kommt. Gleichwohl scheint es bei diesem Zweck ungleich mehr sinnvolle Gründe zu geben, den Angriff zu verzögern und zunächst andere Zwecke zu verfolgen. So kann die Strategie durch das vorübergehende Verfolgen anderer Zwecke den Verteidiger aus seinem Raum heraus zwingen und somit seine Verteidigungsfähigkeit schwächen, ohne dadurch den Nutzen ihres Angriffs zu schmälern. Würde nämlich beim Ziel der Vernichtung ein vollständiges oder teilweises Abrücken des Gegners den Nutzen desselben aufheben bzw. schmälern, so ist dies bei der Inbesitznahme von Raum nicht der Fall, da der Zweck derselbe ist, unabhängig davon ob sich in entsprechendem Raum feindliche Streitkräfte befinden oder nicht.

 

Der Zweck der Eroberung von Raum lässt der Strategie somit mehr Spielraum für ihre Bestimmungen für das einzelne Gefecht. Da er auch dort verfolgt werden kann, wo sich keine oder nur sehr schwache feindliche Kräfte befinden, so fordert dieses Motiv tendenziell weniger Kräfte. Im Ausgleich ist es allerdings auch das schwächere Motiv, d.h. der Nutzen tendenziell geringer, da die Inbesitznahme von Land die Vernichtung feindlicher Streitkräfte nicht grundsätzlich einschließt, diese aber später das Gelände zurückerobern können, wohingegen die Vernichtung feindlicher Streitkräfte endgültiger ist und daraus langfristig die Inbesitznahme von Land automatisch folgt.[9]

 

 Das Ziel ist der Erhalten von Raum (Verteidigung).

 

Der für das defensive Gefecht womöglich typische und auch offensichtlich nachvollziehbare Zweck ist der Erhalt von Raum. Zur Klarheit muss dies gegen den Zweck des Erhalts eigener Kräfte abgegrenzt werden: die Absicht einen Raum zu erhalten muss sinnvollerweise dann aufgegeben werden, wenn die Überzeugung wächst, dass die Kräfte nicht ausreichen, um diesen Raum zu halten. Damit ist nichts über das resultierende Kräfteverhältnis ausgesagt, d.h. wenn bei diesem Zweck mehr Kräfte verbraucht werden als sie dem Angreifer abgefordert werden, so ist dies nicht gegen den Zweck des Gefechts sondern wird durch den Erhalt des Raums ausgeglichen. Ist der Zweck aber der Erhalt eigener Kräfte, so muss das Gefecht abgebrochen werden, sobald der Verteidiger erkennt, dass er mehr Kräfte verliert als der Angreifer. Oder anders: beim Gefecht zum Zweck des Selbsterhalts wählt der Verteidiger den Raum nach den Vorteilen, die dieser ihm bietet. Beim Gefecht zum Erhalt eines Raumes ist dieser hingegen unmittelbar durch den Zweck bestimmt und kann daher nicht variieren. Will der Verteidiger sich im Zuge des Gefechts vorrangig Erhalten, so wird er freilich auch Raum halten, dies aber nur um gegnerische Kräfte abzunutzen; ist der Zweck aber das Halten des Raumes, so nutzt er gegnerische Kräfte ab, um genau dies zu verwirklichen.

 

Bei der Bestimmung der Kräfte gilt wie immer, dass je größer diese sind, desto größer wird auch die Wahrscheinlichkeit des Erhaltens sein. Dies führt die Strategie aber zu dem wesentlichen Problem, dass je größer sie die Kräfte an einem Ort zum Erhalten bestimmt, desto weniger Kräfte hat sie für das Erhalten anderer Räume verfügbar. Je mehr sich ein Akteur also darauf konzentriert nur einen Raum zu erhalten, desto leichter fällt es dem Angreifer, die übrigen Räume zu erobern und somit finden wir wieder ein problematisches Spannungsfeld.

 

 Das Ziel ist das Herbeiführung eines allgemeinen Schadens (Angriff).

 

Ein Gefecht kann schließlich auch seinen Zweck darin finden, dem gegnerischen politischen Gemeinwesen einen allgemeinen Schaden zuzufügen. Das Gefecht selbst, wenn es überhaupt stattfinden soll, steht dann zunehmend im Hintergrund und der tatsächliche Ausgang desselben ist weniger wichtig. Anders als bei der Inbesitznahme des Raumes kommt es bei diesem Motiv nicht darauf an, die gegnerischen Streitkräfte nachhaltig zu vertreiben. Die beabsichtigte Wirkung geht vielmehr aus den allgemeinen Schäden an ‚zivilen‘ Gütern bzw. aus der Bereicherung an denselben hervor und dazu ist nur ein kurzfristiges Aufenthalt in dem betroffenen Raum notwendig.

 

Da nahezu jeder, dem gegnerischen politischen Gemeinwesen zugeordneter Raum Möglichkeiten zur allgemeinen Schädigung bietet, kann der Raum des Gefechts hier durch den Angreifer vollkommen frei bestimmt werden. Er wird dies in der Regel nach der Aussicht auf den Erfolg bestimmen, d.h. den Raum nach seiner Gunst auswählen. Unbenommen davon, dass die allgemeine Schädigung ein untergeordneter Zweck in hauptsächlich anders motivierten Gefechten sein kann, wäre es bei einem hauptsächlich zu diesem Zweck bestimmten Gefecht zudem gegen die Vernunft, das Gefecht dort anzusetzen, wo sich viele feindliche Kräfte aufhalten. Notwendigerweise wird stattdessen ein Raum bestimmt, wo diese Kräfte nur gering oder gar überhaupt nicht sind, wodurch die Wahrscheinlichkeit des Erfolges maximiert sowie die dazu notwendigen Anstrengungen minimiert werden.

 

Zwar gilt auch hier, dass je größer die Streitkraft desto größer auch die Schädigung und desto größer auch die Wahrscheinlichkeit dieser Schädigung, doch scheinen hier andere Mechanismen zu überwiegen. Die geringe Größe der feindlichen Kräfte fordert nämlich zumeist auch von dem Angreifer, nur kleine Kräfte zu wählen, da andernfalls die restlichen Kräfte des Feindes frei operieren könnten. Darüber hinaus kann die Größe der angreifenden Streitkraft auch dem Ziel der Schädigung entgegenstehen. Je größer nämlich eine zum Gefecht bestimmte Streitkraft ist, desto weniger kann dem Gegner die Absicht zu diesem Gefecht verborgen bleiben und desto einfacher würde es ihm in diesem Falle sein, die Absicht zu verwehren und dem Angreifer ein ganz anderes Gefecht aufzudrängen. Gleichsam muss festgestellt werden, dass der allgemeine Schaden grundsätzlich eines der schwächsten Ziele ist, die mit einem Gefecht verfolgt werden können. So dramatisch die entsprechenden Auswirkungen für die Bevölkerung etc. sein mögen, so unbedeutend ist es meist für den weiteren Verlauf des Krieges, da das Herbeiführen des allgemeinen Schadens auch nur einen solchen produziert, aber an dem unmittelbaren Kräfteverhältnis nichts ändert.

 

Mit dem Ziel der allgemeinen Schädigung können eigentlich nur drei fernere Zwecke verfolgt werden: a) die Invasion zum Zwecke des materiellen Gewinns im Sinne des Beute- und Raubzuges,[10] b) die Diversion zur Ablenkung, um den Gegner zur Teilung seiner Streitkräfte zu veranlassen[11] und schließlich c) zur politischen Wirkung, d.h. um den gegnerischen Preis für die Fortsetzung des Krieges zu erhöhen und somit den Gegner zu einer Aufgabe seines Willens zu zwingen.[12]

 

Gefechte zum Zwecke der allgemeinen gegnerischen Schädigung finden bei Clausewitz insgesamt kaum Beachtung, weil sie für den großen Krieg von sehr geringer Bedeutung zu sein scheinen. Insbesondere aufgrund der kontraproduktiven politischen Wirkung, wenn nämlich der allgemeine Schaden keine Schwächung des politischen Willens zum Krieg herbeiführt, sondern diesen durch die Steigerung von Feindschaft und Hass verstärkt, scheint dieser taktische Zweck in der Theorie des Krieges bei Clausewitz eine untergeordnete Rolle zu spielen. Wenn in der heutigen Zeit diese Gefechte bedeutender und zahlreicher geworden sind, dann hängt dies zum einen mit technischen Entwicklungen zusammen, die eine allgemeine Schädigung des Gegners ohne eigenes Risiko und ohne Möglichkeiten der unmittelbaren Gegenwehr vereinfachen,[13] zum anderen mit sich in Bezug auf das Kräfteverhältnis stark unterscheidenden Konfliktparteien. Wenn nämliche eine Seite stark überlegen ist, so ist die allgemeine Schädigung der sicherste und einfachste, wenn sie hingegen stark unterlegen ist, so ist es der einzige Weg zum Ziel.[14]

 

 Das Ziel ist der Schutz vor einem allgemeinen Schaden (Verteidigung).

 

Als negative Absicht gegen das letztgenannte Ziel muss es nahezu automatisch auch das Schutzmotiv zum Gefecht geben. Dies ist jedoch sehr eng gefasst und nicht mit dem weiter gefassten, mehr strategischen Schutzbegriff zu verstehen. Letzterer beinhaltet eine umfassende Operationsführung, die sich aus verschiedenen Gefechten zusammensetzt. Dieser operative Schutz verfolgt jedoch das Ziel, dem Gegner überhaupt die Möglichkeit zu verwehren, Angriffe zum Zweck der allgemeinen Schädigung durchzuführen.

 

Bei dem hier betrachteten Einzelmotiv geht es jedoch um die Abwehr eines konkreten Angriffs zum Zwecke des allgemeinen Schadens. Nach allem, was vorangestellt gesagt wurde, muss dies nahezu eine Ausnahme bilden, da das Motiv der allgemeinen Schädigung in der Regel dort gesucht werden wird, wo die gegnerischen Kräfte nicht vorhanden sind – und in diesem Verständnis ist die Anwesenheit von Kräften, welche zum Schutz des Allgemeinen vor Ort sind, schon an sich ein Grund, von der Absicht der Schädigung zurückzutreten. Wir sagen also, dass es bei Gefechten zum Schutz vor einem allgemeinen Schaden in der Regel um mögliche Gefechte handelt, da die Präsenz der Kräfte allein zumeist ausreichende Schutzwirkung haben.

 

Es wird jedoch für die Strategie unmöglich sein, an allen Orten, welche theoretisch von einem solchen Angriff heimgesucht werden können, präsent zu sein. Daraus folgt zum einen, dass sie dies nur in den für sie besonders schützenswerten Räumen sein kann und zum anderen, dass es deutlich mehr Kräfte bedarf um sich vor solchen Angriffen zu schützen als es Kräfte bedarf, um diese Angriffe durchzuführen. Und so schreibt auch Clausewitz:

 

„Wenn der Angreifende irgendeine feindliche Provinz, die nicht zum Hauptkriegstheater gehört, durch einen kleinen Haufen von 1000 Mann heimsuchen läßt, um Kontributionen einzutreiben usw., so ist freilich vorherzusehen, daß der Feind dies nicht durch 1000 Mann verhindern kann, die er dahin absendet, sondern er wird, wenn er die Provinz gegen Streifereien sichern will, allerdings mehr dahin schicken müssen. [...] Dagegen geht aus der Natur der Sache hervor, daß, je mehr die Massen wachsen, dieser Vorteil schwindet, denn 50000 Mann können eine mäßige Provinz nicht nur gegen 50000 Mann mit Erfolg verteidigen, sondern selbst gegen eine etwas größere Zahl.

 

Es lässt sich also zusammenfassen, dass für die Realisierung des Schutzes vor einem allgemeinen Schaden die alleinige Präsenz in der Regel ausreichend ist, da die angreifenden Kräfte naturgemäß nur schwach sein dürften. Zu einem realen Gefecht wird es unter diesen Bedingungen kaum kommen, es sei der, der Angreifer ist deutlich überlegen. Grundsätzlich muss jedoch davon ausgegangen werden, dass der Angreifer sich lieber ein ungeschütztes Objekt sucht.

 



[1]                 Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 228.

[2]                 Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 228.

[3]                 Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 226 f.

[4]                 Clausewitz, Kriege, S. 407.

[5]                 Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 451.

[6]                 Clausewitz, Kriege, S. 228.

[7]                 Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 650.

[8]                 Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 401 f.

[9]                 Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 215 f.

[10]               Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 934 ff.

[11]               Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 930 ff.

[12]               Vgl. Clausewitz, Kriege, S. 216 ff.

[13]               Vgl. Lütsch, Krieg, S. 128 ff.

[14]          Siehe Kapitel VII.2.3.

 

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Kapitel V.3 - Übersicht

  • V.3.1 Kräfte

       Der Strategie stehen für den gesamten Feldzug nur begrenzt viele Streitkräfte zur Verfügung. Die Größe dieser Kräfte ist grundsätzlich von der politischen Ebene aus bestimmt und somit für die Strategie als „ein Gegebenes“[1] zu betrachten.[2] Gleichwohl muss die Strategie die ihr zur Verfügung stehenden Kräfte disponieren, d.h. sie muss die Größe der für ein einzelnes Gefecht bestimmten Streitkräfte bestimmen.   Die Größe einer Streitkraft ist zunächst definiert durch die Anzahl der sich in ihr befindlichen Individuen. Dies ist freilich eine starke Vereinfachung, da sowohl die Fähigkeiten des einzelnen Individuums in Hinblick auf Ausrüstung, Übung, Erfahrung, Bewaffnung etc., als auch das Zusammengehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl der Individuen untereinander die Stärke einer Streitkraft erheblich beeinflusst. Darüber hinaus müssen die Fähigkeiten des taktischen Read More
  • V.3.2 Raum

    1.1. Raum Die zweite Größe, welche die Strategie zu bestimmen hat, ist der Raum, in welchem das Gefecht stattfinden soll. Die Bestimmung dieses Raumes kann in Bezug auf das Ergebnis des Gefechts von großer Bedeutung sein. Zwar gelten die Geländebedingungen für beide kämpfenden Parteien gleichermaßen und die daraus resultierenden Schwierigkeiten heben sich daher bis zu einem bestimmten Grad gegenseitig auf, doch kann hier nichtsdestotrotz ein Vor- oder Nachteil entstehen, je nachdem ob a) die Streitkräfte der einen Partei für dieses Gelände besser geeignet sind und b) dieses Gelände für den taktischen Zweck einer Partei besser geeignet ist als für den der anderen. Clausewitz stellt vor allem im sechsten und siebten Buch einen engen Bezug zwischen Geländebedingungen und Gefechtshandlungen her. Dabei Read More
  • V.3.3 Zeit

    1.1. Zeit Schließlich bleibt als dritte Bestimmung der Strategie die Zeit, zu welcher ein Gefecht stattfinden soll. Hier ist es zunächst leicht, denn es ist offensichtlich das Vorrecht des Angreifers, den Zeitpunkt seines Angriffs und damit den Beginn des Gefechts zu bestimmen. Dem Verteidiger bleibt zunächst nur, den feindlichen Angriff abzuwarten und also ist er in diesem Punkt dem Angreifer ausgeliefert. Dies entbindet freilich den Verteidiger nicht davon, auch seinerseits einen Zeitpunkt festzulegen, denn auch er muss bestimmen, ab wann er für die Verteidigung bereit sein will, d.h. zum einen den entsprechenden Raum erreicht und zum anderen die notwendige Aufstellung eingenommen zu haben. Beginnt nämlich der Angriff vor der zeitlichen Bestimmung des Verteidigers, so ist entweder der Verteidiger noch gar Read More
  • V.3.4 Zusammenfassung

    1.1. Zusammenfassung Bisher wurden Kräfte, Zeit und Raum als die wesentlichen Größen identifiziert, mit welchen die Strategie das einzelne Gefecht bestimmt. Diese drei Größen geben jedoch nur die Rahmenbedingungen für das Gefecht, für die inhaltliche Ausgestaltung desselben ist allerdings das damit zu verfolgende Ziel auch unumgänglich in die Betrachtung mit einzubeziehen. Als unmittelbares Ziel des Gefechts bezeichnen wir die sich daraus ergebende unmittelbare Wirksamkeit, welche die Strategie gebrauchen will, um fernere Ziele zu verwirklichen bzw. zu unterstützen. So kann das unmittelbare Ziel eines Gefechts sein, gegnerische Streitkräfte zu vernichten, um das ferneren Ziel der Landnahme wahrscheinlicher zu machen und ebenso gut kann das unmittelbare Ziel eines Gefechts die Einnahme eines bestimmten Raumes sein, um diesen später als entscheidende Stellung zur Read More
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